Herrmann erinnert an heldenhaften Einsatz von Dominik Brunner

München, 12. September 2019 (stmi). Innenminister Joachim Herrmann hat heute bei einer Gedenkveranstaltung am S-Bahnhof München-Solln zum zehnten Todestag von Dominik Brunner dessen heldenhaftes Engagement gewürdigt.

Innenminister Joachim Herrmann
© Dominik-Brunner-Stiftung

Brunner wollte am 12. September 2009 Jugendliche in der S‑Bahn und am S-Bahnhof München-Solln vor einem gewalttätigen Übergriff beschützen, wurde aber selbst brutal angegriffen und starb an den Folgen. "Dominik Brunner ist damit zum Synonym für Zivilcourage geworden", erklärte Herrmann. "Dieser Jahrestag muss uns eine Mahnung sein, Gewalttaten nicht zu dulden, hinzusehen, Verantwortung zu übernehmen und zusammenzuhalten." Es brauche noch mehr Menschen, die sich für eine bessere Gesellschaft ohne Angst und Gewalt einsetzen. "Die Zivilcourage muss weiter gestärkt werden", betonte Herrmann.

Daher ist der bayerische Innenminister den zahlreichen Personen und Organisationen sehr dankbar, die sich vorbildlich für mehr Zivilcourage und gegen Gewalt engagieren. Herrmann nannte dabei beispielsweise das Bündnis 'Münchner Courage – Eine Initiative gegen Gewalt', das der FC Bayern schon wenige Tage nach dem Mord an Dominik Brunner ins Leben gerufen hat. Ganz besonders bedankte sich der Innenminister bei der vor zehn Jahren gegründeten 'Dominik-Brunner-Stiftung'. "Die Dominik-Brunner-Stiftung unterstützt tatkräftig Menschen, die wegen ihres selbstlosen Handelns unverschuldet gesundheitlich oder finanziell in Not geraten sind", lobte Herrmann. Auch mehrere Kindertagesstätten und Schulen sind bereits nach Dominik Brunner benannt und werden durch die Stiftung gefördert.

Wie Herrmann deutlich machte, ist höchstmögliche Sicherheit natürlich vorrangig Aufgabe von Polizei und staatlicher Verwaltung. "Unsere Sicherheitsbehörden können aber nicht jederzeit an jedem Ort sein", so der Minister. "Ein wichtiger Baustein für zusätzliche Sicherheit ist deshalb auch der weitere Ausbau der Videoüberwachung." Im bayernweiten Ausbaukonzept für mehr Videoüberwachung spielt nach Herrmanns Worten vor allem der öffentliche Personenverkehr eine große Rolle. Hier sei seit dem schrecklichen Angriff auf Dominik Brunner schon einiges geschehen, beispielsweise beim Ausbau der Videoüberwachung an S‑Bahnhöfen, für den die Deutsche Bahn zuständig ist. Am S‑Bahnhof in Solln sind zwischenzeitlich zwölf Kameras zur Videoüberwachung installiert. Mittlerweile sind auch alle 253 Münchner S‑Bahn‑Zuggarnituren videoüberwacht. "Unser Ziel ist, dass alle sicherheitsrelevanten Bereiche im öffentlichen Personenverkehr videoüberwacht sind und die Polizei im Ernstfall schnellstmöglich auf die Aufnahmen der Kameras zugreifen kann", fasste der Minister zusammen. Dazu stehe das bayerische Innenministerium in engen Kontakt mit dem Bund, der Deutschen Bahn und den Kommunen. In diesem Zusammenhang begrüßt Herrmann, dass man sich aktuell in Berlin auf einen weiteren Ausbau der Videoüberwachung an Bahnhöfen geeinigt hat.