Verdienstkreuz am Bande und Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt

Nürnberg, 12. Februar 2015 (stmi). Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten hat der Bundespräsident Dr. Hans Rößler mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männer erhielten Ingrid Katheder und Günter Müller. Innenminister Joachim Herrmann hat die Auszeichnungen heute in Nürnberg ausgehändigt.

Aushändigung des Verdienstkreuzes am Bande und des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten am 12. Februar 2015 in Nürnberg
© Kurt Fuchs, Nürnberg

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich. Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten wird seit 1994 als ehrende Anerkennung für langjährige hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit verliehen. Es erhalten Personen, die sich durch aktive Tätigkeit in Vereinen, Organisationen und sonstigen Gemeinschaften mit kulturellen, sportlichen, sozialen oder anderen gemeinnützigen Zielen hervorragende Verdienste erworben haben. Die Verdienste sollen vorrangig im örtlichen Bereich erbracht worden sein und in der Regel mindestens 15 Jahre umfassen.

Dr. Hans Rößler (79) aus Neuendettelsau, Landkreis Ansbach

Aushändigung des Verdienstkreuzes am Bande am 12. Februar 2015 in Nürnberg: v.l.: Dr. Hans Rößler, Innenminister Joachim Herrmann
© Kurt Fuchs, Nürnberg

Dr. Hans Rößler ist dem Heimat- und Geschichtsverein Neuendettelsau kurz nach dessen Gründung beigetreten. Dr. Rößler trug maßgeblich dazu bei, dass das Wissen um die Historie Neuendettelsaus der breiten Öffentlichkeit in wissenschaftlich fundierter, aber dennoch verständlicher Weise zugänglich gemacht wurde. Seine Schwerpunkte waren vor allem die Sozialgeschichte, die Auswanderungen im 19. Jahrhundert und die Geschichte des 'Pauperismus', also der Armut, die im Zuge der Frühindustrialisierung in weiten Teilen der Bevölkerung entstanden ist. Zu diesen heimatgeschichtlichen Themen hat Rößler zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Aufsätze veröffentlicht wie zum Beispiel im Buch 'Unter Stroh- und Ziegeldächern'. An der 1998 erschienenen Festschrift '700 Jahre Neuendettelsau', hat Rößler als Co-Autor mitgewirkt. Weiterhin war er Mitherausgeber des Berichts 'Wilhelm Löhe und die Amerika-Auswanderung 1841 – 1882' im Neuendettelsauer Heft Nr. 5, in dem unter anderem die Neuendettelsauer Indianermission beschrieben wird. Unter seiner Federführung wurde 1998 das 'Löhe-Zeit-Museum' gegründet, das er bis Anfang 2013 ehrenamtlich geleitet hat. Es entstand ein sozialgeschichtliches Museum über das Leben in Neuendettelsau in der Zeit um 1850, das als Einziges in Bayern die Auswanderung von Franken nach Nordamerika thematisiert. Mittlerweile 36 Sonderausstellungen umfassen ein breites und abwechslungsreiches Spektrum historischer, ortstypischer Themen, die entscheidend von Dr. Rößler inszeniert, ausgearbeitet und gestaltet wurden. Außerdem ist es Rößler zu verdanken, dass der Gründungsrektor der Missionsanstalt, Friedrich Bauer, gebührend ins rechte historische Licht gerückt wurde. Er initiierte 2012 das 'Friedrich-Bauer-Jubiläum', mit dem ihm die Gemeinde Neuendettelsau ein Denkmal setzte.

Ingrid Katheder (78) aus Nürnberg

Aushändigung des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten am 12. Februar 2015 in Nürnberg: v.l.: Ingrid Katheder, Innenminister Joachim Herrmann
© Kurt Fuchs, Nürnberg

Ingrid Katheder ist seit mehr als vier Jahrzehnten mit großem Engagement ehrenamtlich im Stadtverband Nürnberg der Kleingärtner e. V. tätig, in dem sie mit Entschlossenheit und beachtlichem Durchsetzungsvermögen manch schwierige Situation meistert. Im Jahre 1995 übernahm sie das Amt der Vereinskassiererin im Kleingartenverein Klingenwald 2 e. V.. Bis heute übt sie es mit viel Hingabe aus. In großem Maße ist es ihr zu verdanken, dass der Verein weiterbesteht und ein gefestigtes 'Ganzes' darstellt. Die Renovierung des Vereinsheimes und die damit einhergehenden Installationsarbeiten hat sie vorbildlich organisiert. Ihren Jahrzehnte erworbenen Erfahrungsschatz konnte sie an die neu gewählten Vorstandsmitglieder des Vereins weitergeben. Sie hat sie in deren Aufgabengebiete präzise eingearbeitet und vehement unterstützt. Die Gemeinschaft aller Mitglieder wendet sich dank ihrer ruhigen, hilfsbereiten und besonnenen Art in jedweder Angelegenheit immer wieder an sie.

Günter Müller (71) aus Nürnberg

Aushändigung des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten am 12. Februar 2015 in Nürnberg: v.l.: Günter Müller, Innenminister Joachim Herrmann
© Kurt Fuchs, Nürnberg

Günter Müller hat sich mit großem Engagement im Kleingartenverein 'Münchner Straße e.V.' in Nürnberg verdient gemacht. Im Jahre 1982 wurde er zum Vereinskassier des dortigen Verbandes ernannt. Von den Mitgliedern des Bezirkes 3 wurde er im Jahre 1992 zum Bezirkskassier wählten. Beide Ämter übt er bis heute vorbildlich und stets zuverlässig aus. Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit hat er sich als Bewerter für Kleingärten ausbilden lassen und gehört schon seit mehr als zehn Jahren einer Bewertungskommission im Bereich des Stadtverbandes an. Müller hatte 21 Jahre lange eine Doppelfunktion im Verein und im Bezirk inne. Die Tätigkeit als Bewerter bringt einen nicht unerheblichen Zeitaufwand mit sich und erfordert darüber hinaus genaueste Kenntnis der Bewertungsrichtlinien. Durch Umstrukturierungen innerhalb des Vereins im Jahre 2014 ist er selbst dieser Verantwortung gerecht geworden, indem er sich in die Aufgabengebiete des ausgeschiedenen 1. und 2. Vorsitzenden eingearbeitet und die Führung des Vereins bis zur noch ausstehenden Neuwahl übernommen hat.