Herrmann feiert Wiedervereinigung im ehemals geteilten Grenzort Mödlareuth

Mödlareuth, 9. November 2019 (stmi). "Durch den Mut und den Freiheitswillen der Ostdeutschen wurde die Mauer buchstäblich von Ost nach West eingedrückt. Heute dürfen wir stolz darauf sein, was in den letzten drei Jahrzehnten gelungen ist. Dank des Einsatzes der Menschen in Ost und West können wir dreißig Jahre nach dem Fall der Mauer mit Freude sagen: Deutschland ist ein freies und glückliches Land."

Innenminister Herrmann und Landrat Bär begrüßen einen Autofahrer
© Christoph Schedensack

Das hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei den heutigen Feierlichkeiten im ehemals durch die Mauer getrennten Mödlareuth betont. In dem kleinen Ort an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen sei der Widersinn der Teilung nach Herrmanns Worten besonders deutlich geworden. Wie sonst nur noch in Berlin habe eine mehr als drei Meter hohe Betonmauer das Dorf in einen Ost- und einen Westsektor getrennt. "Mehr als 37 Jahre war es in 'Little Berlin' auf legale Weise nicht möglich, die Grenze zu überschreiten, um vom einen in den anderen Ortsteil zu gelangen." Die Abriegelung des Ostblocks habe Verbindungen, Freundschaften und Familienbande zerrissen. "Mit vereinten Kräften haben wir die Mauern – die tatsächlichen und die in den Köpfen und Herzen – überwunden und die deutsche Einheit in Freiheit mit Leben erfüllt. Darauf können wir mit Stolz und Selbstbewusstsein blicken", so Bayerns Innenminister.

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In seiner Rede erinnerte Herrmann daran, dass in der DDR entschlossene Menschen demokratische Grundrechte und Freiheit forderten. Es habe ein Marsch in die Freiheit eingesetzt, der unaufhaltsam auf die friedliche Revolution zusteuerte. Ihre Anfänge habe diese friedliche Revolution ursprünglich in den Kirchen genommen, denn nur dort hatten das freie Wort und die freie Meinungsäußerung in der DDR ein Heimatrecht. "Im Kern ist es also auch eine christliche Revolution gewesen. Denn die DDR-Bürgerinnen und Bürger haben ja genau die Werteordnung angestrebt, die unser gemeinsames abendländisches christliches Erbe ist", betonte der Minister. "Und an diesem christlichen Fundament unserer Staats- und Gesellschaftsordnung müssen wir auch in Zukunft festhalten!"

Wie Herrmann weiter sagte, lehre die Geschichte, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist: "Sie muss immer wieder bewusst hochgehalten und aktiv verteidigt werden, gerade jetzt, wenn unsere friedliche Demokratie von manchem wieder in Frage gestellt wird." Herrmanns Appell: "Ob Rechtsextremen, Linksextremen oder radikalen Islamisten – wir dürfen solchen Entwicklungen nicht tatenlos zusehen und müssen unsere Wertebasis verteidigen, auch und gerade gegen geistige Brandstifter. Wir brauchen wieder mehr Zusammenhalt im Land, mehr Mut und Zuversicht. Es darf keine neuen Mauern und Grenzen in den Köpfen geben."