Bayern bei Integration in Arbeit auf Erfolgskurs

Lauf a. d. Pegnitz , 24. Mai 2019 (stmi). "Knapp vier Jahre nach dem großen Flüchtlingszugang im Herbst 2015 können wir in Bayern mit Stolz feststellen: Wir stehen bei der Integration von Geflüchteten in Arbeit, aber auch von Ausländern ohne Fluchthintergrund im Vergleich zu den anderen Ländern hervorragend da." Dieses positive Fazit hat Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann heute bei einem Besuch des Ausbildungsbetriebs EuWe Eugen Wexler GmbH & Co. KG in Lauf a. d. Pegnitz gezogen.

Innenminister Joachim Herrmann besucht die EuWe Eugen Wexler GmbH & Co. KG in Lauf a. d. Pegnitz
© Bayerisches Innenministerium

Wie der Minister bekannt gab, ist im Freistaat die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern innerhalb nur eines Jahres (Februar 2018 - Februar 2019) von rund 39.500 auf 52.100 gestiegen – ein Zuwachs um ganze 32 Prozent. „Diese erfreuliche Entwicklung ist ein klarer Beleg, dass in Bayern die Integration der Geflüchteten in Arbeit gelingt", so der Minister. Mit Blick auf den syrischen Auszubildenden Mohamad Hawash, der 2015 nach Deutschland kam und heute über seine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker bei EuWe berichtete, sagte Herrmann: „Über einen so erfolgreichen Werdegang wie den von Herrn Hawash freue ich mich als Integrationsminister natürlich besonders."

Wie der Minister betonte, ist Arbeit neben der Sprache der wichtigste Schlüssel für gelingende Integration. „Arbeit ist die Grundvoraussetzung für den Aufbau einer eigenen Existenz und für die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft. Über sie entsteht auch der so wichtige Kontakt zu den Einheimischen“, so Bayerns Innenminister. Gerade deshalb sei es ein wichtiger Erfolg, dass Bayern die bundesweit höchste Erwerbstätigenquote bei Menschen mit Migrationshintergrund vorweisen könne. „Hier liegen wir mit mehr als 72 Prozent ganze sieben Prozent über dem Bundesdurchschnitt“, berichtete Herrmann. Die bayerische Ausländerarbeitslosenquote von 6,5 Prozent ist laut Innenminister gleichzeitig die niedrigste in ganz Deutschland.

Schon im Oktober 2015 habe die Bayerische Staatsregierung zusammen mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit und der bayerischen Wirtschaft die bundesweit einmalige Vereinbarung „Integration durch Ausbildung und Arbeit“ geschlossen und damit frühzeitig die richtigen Weichen gestellt. Ein weiterer Baustein des bisherigen Erfolgs: Bayern fördert laut Herrmann insgesamt fast 100 sogenannte Jobbegleiter und Ausbildungsakquisiteure für Flüchtlinge. Deren Aufgabe ist es, Betriebe und Geflüchtete zusammenzubringen und diese auf ihrem Weg in Ausbildung und Arbeit und auch danach zu betreuen. Mit Blick auf den letzte Woche vom Bayerischen Landtag verabschiedeten Doppelhaushalt 2019/2020 konnte der Minister heute verkünden: „Die weitere Finanzierung der knapp 100 Jobbegleiter und Ausbildungsakquisiteure für Flüchtlinge ist gesichert. Das freut mich sehr, denn sie leisten einen überaus wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Integration in Bayern.“

Minister Herrmann machte aber auch klar, dass trotz der erreichten Erfolge noch große Herausforderungen zu bewältigen sind: „Wir haben derzeit in Bayern etwa 55.100 erwerbsfähige, also 15-64-jährige Geflüchtete, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bereits anerkannt wurden, also uneingeschränkt arbeiten dürfen, aber noch Hartz-IV-Leistungen beziehen.“ Rund 13.200 seien derzeit arbeitslos. „Diese Menschen stehen dem Arbeitsmarkt unmittelbar zur Verfügung, sind in keinem Integrationskurs oder einer sonstigen Maßnahme der Bundesagentur. Sie sind es, um die wir uns bei der Vermittlung in Arbeit in erster Linie kümmern müssen, nicht um ausreisepflichtige Asylbewerber“, forderte Herrmann. Und weiter: „Wer vom BAMF anerkannt wurde, wird auf absehbare Zeit voraussichtlich bei uns bleiben. Wir müssen deshalb alles dafür tun, dass diese Menschen nicht dauerhaft im Sozialleistungsbezug hängen bleiben.“

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern, Ralf Holtzwart, ergänzte: „Wichtig ist: Integration ist eine Gemeinschaftsleistung. Weder Unternehmen noch die Geflüchteten selbst müssen die Hürden bei der Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt alleine stemmen. Unsere Fördermöglichkeiten sind vielfältig und können nicht nur während der Zeit der Arbeitslosigkeit, sondern auch nach Beginn der Ausbildung oder Beschäftigung in Anspruch genommen werden. Die kommende Herausforderung ist, für die ausreichende Qualifikation der Geflüchteten zu sorgen, denn nur 13 Prozent von ihnen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. Die meisten sind jung und motiviert, Mohamad Hawash ist das beste Beispiel. Angesichts des Lehrstellenüberhangs wäre die steigende Integration der Geflüchteten in Ausbildung für den Bayerischen Arbeitsmarkt nur zu begrüßen. Davon profitieren beide Seiten. Das Unternehmen gewinnt am Ende die gesuchte Fachkraft. Für die Geflüchteten bedeutet der Einstieg ins Berufsleben nicht nur ein gesichertes Einkommen und wirtschaftliche Eigenständigkeit, sondern auch die Möglichkeit zur aktiven Teilhabe an der Gesellschaft.“