Bayerns Innenminister Joachim Herrmann händigt  das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten an Renate Meindl, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Katharina Kempe und den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst an Prof. Dr. Gerhard Leuchs aus.
© Kurt Fuchs

Ordensverleihung durch Innenminister Joachim Herrmann

Erlangen, 29. März 2019 (stmi). Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat heute das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten an Renate Meindl, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Katharina Kempe und den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst an Prof. Dr. Gerhard Leuchs ausgehändigt.

Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten

Renate Meindl (73) aus Nürnberg engagiert sich seit 36 Jahren ehrenamtlich und mit viel Hingabe im Kleingartenwesen. Seit Beginn ihrer Mitgliedschaft im Stadtverband Nürnberg der Kleingärtner e. V. im Jahr 1983 hat sie Verantwortung übernommen und wurde schon bald zur 1. Kassiererin des Kleingartenvereins Rechenberg e. V. gewählt - ein Kleingartenverein, der insgesamt 45 Kleingärten zählt. Diese Tätigkeit übt sie seither mit großer Sorgfalt und Leidenschaft für das 'Garteln' aus. Kleingärten sind Erholungsräume in der Natur, sorgen für eine bessere Lebensqualität und bieten gerade jungen Familien mit Kindern einen Ausgleich. Mitglied im Kleingartenverein kann jeder werden, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder körperlicher Verfassung. Man knüpft vielfältige und interessante Kontakte, feiert so manches 'Richtfest' zusammen, werkelt gemeinsam an einem neuen Gewächshaus oder Blumenbeet und erntet schließlich so allerhand Schätze. Mit ihrer Aktivität hat Renate Meindl maßgeblich zur Stärkung dieses Gemeinschaftsgefühls beigetragen. Das Gärtnern vermittelt uns auch ein besonderes Bewusstsein für die Natur und unsere Umwelt, was gerade heute wichtiger denn je ist. Gärten sind auch ein Ruhepol, ganz abseits von der hektischen Arbeitswelt. Gerade deshalb ist in den vergangenen Jahren ein richtiggehender Hype um das Kleingartenwesen entstanden beziehungsweise eine neue Form davon: das sogenannte 'Urban Gardening', wo sich junge und ältere Menschen zusammenfinden und gemeinsam in entspannter Atmosphäre interagieren und sich austauschen. Diese wertvolle Entwicklung für unsere Natur und unsere Gesellschaft wäre nicht möglich gewesen ohne das traditionelle Kleingartenwesen und ohne Menschen wie Renate Meindl.

Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Katharina Kempe (66) aus Erlangen engagiert sich auf vielfältigste Weise zum Wohle ihrer Mitmenschen. Nachdem sie von ihrem Vater die Geschäftsleitung der Rudolf Kempe Unternehmensgruppe übernommen hat, hat sie das Unternehmen erfolgreich weiter ausgebaut. Daneben behielt sie stets mit vielfältigem sozialem Engagement die Menschen im Auge, denen es nicht so gut geht. Sie ist eine von 30 Gründungsstiftern der 2003 unter dem Motto "Bürger helfen Bürgern" gegründeten Bürgerstiftung Erlangen. Von 2006 bis 2015 war sie Mitglied im Stiftungsrat sowie im Aufsichtsorgan der Stiftung. Sie bringt sich nicht nur finanziell in Form von großzügigen Spenden ein, sondern auch persönlich bei den vielzähligen Aktionen der Stiftung. Eine Herzensangelegenheit ist für sie vor allem die Inklusion von Menschen, die in unserer Gesellschaft benachteiligt sind. So initiierte sie im Jahr 2006 einen Patenschaftsvertrag zwischen der Kempe Unternehmensgruppe und der Jakob-Herz-Schule, einer staatlichen Schule für Kranke. Dabei unterstützt sie die jungen Patientinnen und Patienten auch persönlich, etwa indem sie dafür einsetzt, dass die Jugendlichen Praktikumsplätze erhalten. Daneben unterstützt sie den Förderverein "WunschPunkt", der kranken Kindern in Notsituationen hilfsbereit zur Seite steht. Weitere Ehrenämter hat sie auch in der Obdachlosenhilfe übernommen. So ist sie Gründungsmitglied des "Sonderfonds gegen Armut und Obdachlosigkeit". Und auch für ältere Menschen hat sie ein großes Herz. Durch ihre Förderung der Tagespflege für Alzheimer-Kranke in Erlangen hilft sie entscheidend mit, dass die Pflegebedürftigen dort bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützt werden können. Zudem ist sie bereits seit 2001 Mitglied im Universitätsbund der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg. Dieser fördert die Einrichtungen und Aufgaben der Universität in Forschung und Lehre maßgeblich und zielführend. Insgesamt sechs Jahre war sie Mitglied des Beirats. Bis heute fördert sie die FAU finanziell und unterstützt sie dabei, optimale Rahmenbedingungen für Studierende zu schaffen. Im Rahmen des sogenannten "Deutschlandstipendiums" setzt sie sich darüber hinaus für die Förderung besonders begabter Studentinnen und Studenten ein. Seit 2012 ist sie Mitglied im Kuratorium der FAU. Der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen hat sie ein Fahrzeug gestiftet, das zum Kommando- und Notarztwagen umfunktioniert werden konnte. Diese großartige Unterstützung hilft den Ehrenamtlichen wesentlich dabei, ihre Aufgabe weiterhin bestmöglich auszufüllen. Und auch im Erlanger Vereinssport engagiert sie sich. Dem Handball-Spitzenklub HC Erlangen hat sie ein Büro in ihrem Unternehmensgebäude mietfrei zur Verfügung gestellt, das seither dankbar genutzt wird. Außerdem ist sie Mitglied im Wirtschaftsrat für Spitzenhandball, wo sie Kontakte zwischen den verschiedenen Ebenen Sport, Kultur, Wirtschaft und Politik herstellt werden und dafür sorgt, dass sich ein stabiles und für die Region förderliches Netzwerk entwickelt.

Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst

Prof. Dr. Gerhard Leuchs (68) aus Wiesenthau, Landkreis Forchheim, ist seit vielen Jahrzehnten er einer der führenden und weltweit anerkanntesten Experimentalphysiker auf dem Gebiet der Optik - also der Lehre vom Licht. Sein beruflicher Werdegang beginnt nach seinem Physikstudium 1978 in München. Dort hat er an der altehrwürdigen Ludwig-Maximilians-Universität promoviert und anschließend auch habilitiert. Bis 1983 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität, ehe er als Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bis 1985 am 'Joint Institute of Laboratory Astrophysics' in Boulder (USA) tätig wurde. Nach seiner Rückkehr arbeitete er bis 1989 am Max-Planck-Institut in Garching und wurde anschließend Technischer Direktor bei einem Schweizer Industrieunternehmen. 1994 folgte er dann dem Ruf der FAU Erlangen und ist dort seither Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Nanooptik und Mikroskopie, optische Kommunikation und Quanteninformationsverarbeitung mit Licht. Damit ist er sozusagen ein wahrer Allrounder des Lichts. Zahlreiche Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften und Fachbüchern sowie die Tatsache, dass er Inhaber mehrerer Patente ist, zeigen eindrucksvoll, welch hohen Stellenwert er in der Fachwelt einnimmt. Allein die Aufzählung seiner Mitgliedschaften in Expertenkommissionen und -ausschüssen auf der ganzen Welt würde den Rahmen sprengen. Sein großes Herzensprojekt war seit Beginn seiner Tätigkeit in Erlangen die Einrichtung eines Zentrums für Moderne Optik. Dort sollten die an der FAU vorhandenen Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Optik gebündelt werden. Es ist vor allem sein Verdienst, dass mit der Gründung des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts 2009 letztendlich auch ein im nordbayerischen Raum herausragendes und einmaliges Forschungscluster entstehen konnte. Das Institut zählt inzwischen zu einem weltweit führenden Zentrum für Optik, Photonik und Information. Es war nicht weiter verwunderlich, dass Leuchs zu einem der Direktoren dieses Instituts ernannt wurde. Dabei war ihm auch an der Spitze des Instituts im Bereich Optik der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt zum Wohle der Forschung ein besonderes Anliegen. So wurde auf seine Initiative eine starke Forschungspartnerschaft zwischen der FAU und der University of Ottawa, an der er als außerordentlicher Professor doziert, aufgebaut. Diese Zusammenarbeit gipfelte 2015 in einer Vereinbarung zur gemeinsamen Einrichtung eines Zentrums für 'Extreme and Quantum Photonics'. Leuchs ist unter anderem Ehrendoktor der Technischen Universität Dänemark sowie Honorarprofessor an der Staatlichen Universität Sankt Petersburg. Zudem ist er ein international hochangesehener Gutachter für zahlreiche wissenschaftliche Zeitschriften. Nicht zuletzt hat er auch zahlreiche nationale wie internationale Konferenzen und Arbeitstreffen veranstaltet.