Spendenaufruf der Polizei-Stiftung

München, 25. Oktober 2016 (stmi). Nach dem Mord an einem 32-jährigen Polizeibeamten durch einen 49-Jährigen 'Reichsbürger' in Georgensgmünd hat die Bayerische Polizei-Stiftung nach Rücksprache mit den Angehörigen ein Spendenkonto zu Gunsten aller im Dienst geschädigter Polizistinnen und Polizisten eingerichtet. Bayern geht derweil verstärkt gegen die sogenannte 'Reichsbürgerbewegung' vor.

Blaulicht
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Innenminister Joachim Herrmann unterstützt den Spendenaufruf. "Der schreckliche Tod unseres Polizeikollegen geht uns immer noch sehr nahe", betonte Herrmann. Das sei ein schlimmer Verlust für die Bayerische Polizei und vor allem für die Angehörigen. "Leider werden unsere Polizistinnen und Polizisten immer häufiger Opfer von Gewalttaten", erklärte der Minister. "Umso wichtiger sind engagierte Menschen, die unseren Polizeibeamten und ihren Angehörigen solidarisch in der Not zur Seite stehen." Hier leiste die Bayerische Polizei-Stiftung Großartiges. Sie unterstütze Angehörige von Polizistinnen und Polizisten, die während ihres Dienstes ums Leben gekommen sind, sowie Polizeibeamte, die im Dienst dauerhafte gesundheitliche Schäden erlitten haben. Die Bayerische Polizei-Stiftung hat das Spendenkonto unter folgender Bankverbindung eingerichtet:

Bayerische Polizei-Stiftung

BBBank eG

IBAN: DE84 6609 0800 0023 3333 37

BIC: GENODE61BBB

Kennwort: Georgensgmünd

Die Bayerische Polizei-Stiftung wurde 1977 gegründet. Sie wird von aktiven Polizeibeamten geleitet. Bislang hat die Bayerische Polizei-Stiftung in knapp 900 Fällen mit insgesamt rund zwei Millionen Euro Hilfe geleistet. 2015 hat die Stiftung in 48 Fällen geholfen. Nähere Informationen zur Bayerischen Polizei-Stiftung können unter www.bayerische-polizei-stiftung.de abgerufen werden.

Konsequenzen aus der Mordtat

"Wir werden diese Bewegung jetzt noch intensiver überwachen und konsequent unter die Lupe nehmen. Vor allem wollen wir wissen, wer von diesen ‘Reichsbürgern’ gefährlich sein könnte", betonte Innenminister Herrmann. Das Landesamt für Verfassungsschutz hat daher die 'Reichsbürgerbewegung' unter Beobachtung gestellt. Die Sicherheitsbehörden prüfen eine Reihe weiterer Maßnahmen gegen 'Reichsbürger'. Besonders wichtig ist die sorgfältige Überprüfung des legalen Waffenbesitzes. Herrmann: "Unser Ziel ist, allen ‘Reichsbürgern’ ihre Waffenerlaubnisse zu entziehen. Wer die deutsche Rechtsordnung ablehnt, bietet keine Gewähr, ordnungsgemäß mit Waffen umzugehen. Das gilt auch für die Haltung von Kampfhunden und sonstigen gefährlichen Tieren."

Ein hartes Durchgreifen kündigte der Innenminister gegen 'Reichsbürger' vor allem in den Reihen der Bayerischen Polizei an: "Falls wir nachhaltige Zweifel an der Verfassungstreue der betreffenden Polizisten haben, werden wir darauf hinwirken, die Beamten aus dem Dienst zu entfernen." Ähnliches gelte auch für die restliche Staatsverwaltung.