Architektenwettbewerb für Justizzentrum Schweinfurt

Schweinfurt, 21. Oktober 2016 (stmi). Schweinfurt erhält ein neues Justizzentrum. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz haben heute Bayerns Innen- und Baustaatssekretär Gerhard Eck und Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback die Ergebnisse des Architektenwettbewerbes präsentiert.

Modell Justizzentrum Schweinfurt
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Der erste Preis geht an die Architekturbüros Knoche/ZILA aus Leipzig. „Der Siegerentwurf für die Erweiterung und den Umbau des Justizzentrums Schweinfurt überzeugt. Das neue Gebäude soll den Ansprüchen der Justiz gerecht werden und setzt zudem ein städtebauliches und architektonisches Ausrufezeichen in Schweinfurt“, so Eck. Bayerns Justizminister Bausback erklärte: „Der Siegerentwurf erfüllt alle Anforderungen eines modernen Justizbetriebs, insbesondere hinsichtlich Barrierefreiheit und Sicherheit. So schafft der Entwurf optimale Rahmenbedingungen für alle - unsere Justizmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, rechtssuchende Bürger, sonstige Verfahrensbeteiligte und Besucher. Ich bin überzeugt, dass wir so die Weichen für die Zukunft der Schweinfurter Justiz bestens gestellt haben.“

Kompaktes Justizzentrum im Innenstadtbereich

Das Preisgericht prämierte insgesamt drei Arbeiten und sprach für eine von 15 abgegebenen Arbeiten eine Anerkennung aus. Der Realisierungswettbewerb umfasste die Sanierung des bestehenden Justizpalasts aus dem Jahr 1905 und die Errichtung eines Neubaus am ehemaligen Standort des Finanzamts auf dem rund 7.700 Quadratmeter großen Gelände zwischen Luitpoldstraße, Friedensstraße und Schillerplatz. Der Siegerentwurf sieht ein kompaktes Justizzentrum im Innenstadtbereich vor, das unter Beachtung aktueller Sicherheitsaspekte den Flächenbedarf erfüllt. Der Sitzungssaalbereich bildet das Herz des Gerichtsgebäudes. Zudem entstehen Büros für Richter und Staatsanwälte, eine Kantine und ein Bereich für die Vorführung von Gefangenen. Der Haupteingang zum Justizzentrum wird künftig am Schillerplatz liegen.

Städtebauliches und architektonisches Ausrufezeichen

Der dritten Gewalt ist in unserem demokratischen Rechtsstaat eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe anvertraut. Transparenz, Offenheit und Menschlichkeit sind heute prägend für die Justiz. Diese Elemente sowie die Achtung und Bedeutung des Rechts sollen daher auch in der äußeren Gestalt des Gebäudes sichtbaren Ausdruck finden. Neben einer angemessenen Gestaltung der Eingangssituation waren auch der Denkmalschutz, die Barrierefreiheit und die Sicherheit wichtige Aspekte der Auslobung. Der geplante Baustart des Justizzentrums ist im Frühjahr 2019, die Baudurchführung soll in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Derzeit ist vorgesehen, zunächst das ehemalige Finanzamtsgebäude abzubrechen und dann den Neubau mit Tiefgarage zu errichten. Anschließend ist die Sanierung des historischen Hauptgebäudes und des ehemaligen Rentamts geplant. Für die rund 8.200 Quadratmeter Nutzfläche sind Baukosten in Höhe von rund 50 Millionen Euro veranschlagt.

Wettbewerbsergebnis

1. Preis:    Bewerbergemeinschaft Knoche/ZILA, Leipzig

2. Preis:    Knerer und Lang Architekten, München  

3. Preis:    Dömges Architekten, Regensburg

Anerkennung: Architekturbüro Harris und Kurrle, Stuttgart,  mit Wenzel und Wenzel Architekten