Mehr Sicherheit beim Motorradfahren

Kulmbach, 26. April 2015 (stmi). Innenminister Joachim Herrmann will die Unfallgefahren für Motorradfahrer auf Bayerns Straßen noch weiter senken. Beim größten Bikertreffen Süddeutschlands stellte er, selbst mit dem Motorrad angereist, die Maßnahmen vor.

Innenminister Joachim Herrmann besucht die Infostände rund um Verkehrssicherheit anlässlich der Motorradsternfahrt in Kulmbach am 26. April 2015
© Polizei Bayern

Bayern rüstet beispielsweise verstärkt Bundes- und Staatsstraßen mit einem speziellen Unterfahrschutz an den Schutzplanken aus. Seit 2010 wurden damit rund 600 Kurven auf einer Länge von mehr als nahezu 85 Kilometern ausgestattet, Kostenpunkt etwa 3,4 Millionen Euro. "Mit dem Unterfahrschutz können wir verhindern, dass Motorradfahrer bei einem Sturz unter die Schutzplanke rutschen und sich dabei verletzen oder gar zu Tode kommen. Seither sind an diesen Streckenabschnitten keine Motorradfahrer mehr ums Leben gekommen", erläuterte der Minister.

Neue Rüttelstreifen warnen die Fahrer

Darüber hinaus wurden an drei Pilotstrecken in Bayern - im Sudelfeld, am Kesselberg und bei Armorbach - sogenannte 'Rüttelstreifen' und zusätzlich auf der Fahrbahn Doppelmarkierungen mit dazwischenliegenden Reflektoren angebracht. "Die Rüttelstreifen sollen die Motorradfahrer vor gefährlichen Kurven warnen, damit sie rechtzeitig ihre Geschwindigkeit reduzieren können", erklärte der Verkehrsminister. Insgesamt wurden für die 'gebaute' Sicherheit letztes Jahr rund 132 Millionen Euro ausgegeben, davon 51 Millionen Euro in die Verbesserung der Seitenräume durch Schutzplanken sowie in besser sichtbare Verkehrszeichen und Markierungen an Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen.

Fahrsicherheitstrainings und Warnwesten

Darüber hinaus setzt der Verkehrsminister auf die Vernunft der Motorradfahrer. "Fahren Sie stets vorsichtig und nicht zu schnell", appellierte Herrmann und empfahl Fahrsicherheitstrainings, um das eigene Fahrkönnen gerade in Gefahrensituationen zu verbessern. "Zusätzlich können spezielle Warnwesten die Erkennbarkeit von Motorradfahrern erheblich verbessern."

2014 kamen 127 Biker ums Leben

Die Zahl der Motorradunfälle in Bayern ist 2014 im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent von 8.847 auf 9.470 gestiegen. 127 Biker kamen dabei tragischerweise ums Leben, 18 Tote weniger als 2013. 8.402 Motoradfahrer wurden bei den Unfällen verletzt (+7,2 Prozent gegenüber 2013). "Auch in diesem Jahr ereigneten sich auf bayerischen Straßen bis Anfang März bereits wieder 261 Unfälle mit Motorradfahrern", so Herrmann. "210 von ihnen wurden verletzt und leider auch einer getötet."