Rückführung abgelehnter Asylbewerber

München, 8. September 2015 (stmi). Erstmals hat heute eine Chartermaschine vom Münchner Flughafen aus abgelehnte kosovarische Asylbewerber aus dem neuen Aufnahme- und Rückführungszentrum in Ingolstadt/Manching in ihre Heimat zurückgebracht.

Abschiebung abgelehnter Asylbewerber
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Damit erfülle die seit 1. September geöffnete Einrichtung nach den Worten von Innenminister Joachim Herrmann bereits nach kurzer Zeit ihre Aufgaben - zentrale, rasche und effektive Asyl-, Gerichts- und Rückführungsverfahren vor Ort und ohne Zeitverlust. "Mit der Inbetriebnahme dieser speziellen Aufnahme- und Rückführungseinrichtung in Ingolstadt/Manching und demnächst auch in Bamberg können wir die Bearbeitungszeit für Asylanträge und das weitere Verfahren auf wenige Wochen verkürzen und damit auch die Zeit der Ungewissheit für die Asylsuchenden", so Herrmann. In der Aufnahme- und Rückführungseinrichtung für Asylbewerber mit geringer Bleibeperspektive in Ingolstadt/Manching werden Asylverfahren aus den Westbalkanstaaten im Zusammenwirken aller Behörden beschleunigt abgewickelt. Neben einer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sind dort beispielsweise auch die Zentrale Ausländerbehörde und das Verwaltungsgericht mit einer Geschäftsstelle vertreten. Am 15. September 2015 wird in Bamberg eine weitere Einrichtung dieser Art eröffnet.

Platz für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge

44,6 Prozent aller Asylantragsteller deutschlandweit kamen 2015 bislang aus den Staaten des Westbalkans. Deren Asylgesuche erkennt das Bundesamt in nahezu 99 Prozent der Fälle nicht an. Herrmann: "Wir brauchen den Platz in den Unterkünften dringend für die wirklich notleidenden syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge. Gerade die letzten Tage zeigen, dass die Menschen derzeit zu Tausenden täglich bei uns ankommen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass diejenigen Menschen, die in Deutschland keine dauerhafte Anerkennung finden, weil sie in ihren Heimatstaaten nicht verfolgt werden, binnen weniger Wochen in ihre Heimatländer zurückkehren." Mit der heutigen Sammelrückführung von 111 Asylbewerbern haben die bayerischen Behörden in diesem Jahr bereits 2.423 Ausländer, die nicht freiwillig ihrer Ausreiseverpflichtung nachgekommen sind, aus Deutschland in ihre Heimatstaaten zurückgebracht - 1.592 im Rahmen von bislang 19 Sammelrückführungen. Darüber hinaus sind schon weit über 6.000 Ausländer wieder freiwillig ausgereist, darunter über 2.300 Kosovaren, über 1.000 Serben, über 500 Bosnier, jeweils über 300 Mazedonier und Albaner.