Verkehrsunfallstatistik 2013

München, 20. Februar 2014 (stmi). Insgesamt rund 700 weniger Verletzte, aber 18 Unfalltote mehr auf Bayerns Straßen. Das sind Ergebnisse aus der bayerischen Verkehrsunfallstatistik 2013, die Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann in München vorgestellt hat.

Warndreieck
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

"Sorge bereitet mir der Anstieg auf 680 Unfalltote", erklärte Herrmann. 2013 habe man zwar den zweitniedrigsten Stand der Unfalltoten seit Beginn der Unfallaufzeichnungen im Jahr 1954 erreicht, das sei aber immer noch zu hoch (2012: 662). "Überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit vor allem auf Landstraßen sind der Killer Nummer Eins im Straßenverkehr", sagte der Verkehrsminister. 200 Menschen mussten deshalb vergangenes Jahr auf Bayerns Straßen ihr Leben lassen. Herrmann kündigte an, auch 2014 verstärkt die Hauptunfallursachen zu bekämpfen. Neben intensiven Geschwindigkeitskontrollen wird die Bayerische Polizei ein besonderes Augenmerk auf Alkohol am Steuer (70 Unfalltote, + 2,9 Prozent) und Gurtmuffel (80 Unfalltote, + 17,7 Prozent) legen.

Der Verkehrsminister setzt insgesamt sieben Schwerpunkte für mehr Verkehrssicherheit im Jahr 2014:

  • Geschwindigkeitskontrollen intensivieren
  • Alkohol- und Gurtkontrollen verstärken
  • Sicherheit beim Motorradfahren erhöhen
  • Sicherheit auf Landstraßen weiter ausbauen
  • Radverkehrssicherheit verbessern
  • Autobahnen noch sicherer machen
  • Bayerische Verkehrssicherheitskonferenz am 2. Juni 2014 in München mit dem Schwerpunkt "Risikofaktor Mensch – mehr Selbstverantwortung im Straßenverkehr"

Mehr Sicherheit auf Landstraßen

Die Unfallbilanz auf den bayerischen Landstraßen hat sich leicht verbessert: Hier ging 2013 die Zahl der tödlich verunglückten Menschen auf 420 zurück (2012: 435), dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Dennoch ereignen sich auf Landstraßen immer noch rund zwei Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle. Die Zahlen der Verkehrsunfälle (104.923, - 1,2 Prozent) und der Verletzten (23.308, - 2,6 Prozent) sind auf Landstraßen ebenfalls rückläufig. Hier zeigen sich laut Verkehrsminister bereits erste Erfolge des bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 'Bayern mobil – sicher ans Ziel'. Herrmann: "Wir werden diesen Weg fortsetzen und die Sicherheit auf bayerischen Landstraßen weiter erhöhen. Bis 2020 stehen uns für die 'gebaute Sicherheit' rund 400 Millionen Euro zur Verfügung." Beispielsweise werden Markierungen, Bankette und Kreuzungen verbessert und beliebte Motorradstrecken mit einem speziellen Unterfahrschutz ausgerüstet.

Unfallort Autobahn

Besonders stark ist 2013 die Zahl der Verkehrstoten auf den Autobahnen gestiegen (105 Tote, + 50 Prozent). Die Gründe dafür werden laut Herrmann derzeit genau analysiert: "Gemeinsam mit der Zentralstelle für Verkehrssicherheit prüfen wir beispielsweise, ob an Unfallstellen die Griffigkeit des Fahrbahnbelages erhöht werden muss oder Gefahren an Seitenräumen durch Entfernen von Hindernissen oder dem Einsatz von Schutzplanken entschärft werden können." Auch sollen die Autobahnanschlussstellen sicherer gemacht und gegebenenfalls zusätzliche Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Lkw-Überholverbote angeordnet werden.

Verkehrsunfälle 2013

Im Jahr 2013 registrierte die Bayerische Polizei insgesamt 372.422 Verkehrsunfälle (+ 2,2 Prozent). Dabei handelt es sich hauptsächlich um reine Sachschadensunfälle (320.604, + 2,7 Prozent). 68.775 Menschen wurden vergangenes Jahr auf Bayerns Straßen verletzt (- 1,0 Prozent). Die Zahl der Unfälle mit älteren Verkehrsteilnehmern (ab 65 Jahre) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent auf 28.115. Dabei stieg die Zahl der ums Leben gekommenen Senioren um 6,2 Prozent auf 172 (2012: 162). Die Verkehrsunfälle mit Kindern gingen um 2,4 Prozent auf  3.684 zurück. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder hat sich von 14 (2012) auf sechs mehr als halbiert Auch die Zahl der Schulwegunfälle nahm 2013 um 2,6 Prozent auf 682 ab. Dabei kam wie im Vorjahr ein Schüler ums Leben, 760 Schulkinder wurden verletzt (-  2,6 Prozent). Weitere Eckdaten zur Verkehrsunfallstatistik finden Sie in der Präsentation.

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