Ordensaushändigung

München, 14. Mai 2013 (stmi). Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten hat der Bundespräsident Heinrich Frey, Franz Steinberger und Dr. Paul Wengert mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Verdienstkreuz am Bande
© Bundesregierung, Julia Fassbender

Staatsminister Joachim Herrmann hat die Auszeichnung heute in München ausgehändigt.

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich.

Heinrich Frey (73) aus Starnberg

Ordensaushändigung am 14. Mai 2013 - Verdienstkreuz am Bande an Heinrich Frey
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Heinrich Frey war 1989 maßgeblich an der Gründung des „Caritasverband Starnberg e.V.“ beteiligt und ist seither erfolgreicher 1. Vorsitzender des Vereins. In seiner Amtszeit wurden die offene Behindertenhilfe, die Hilfen für Menschen ohne festen Wohnsitz, der Seniorentreff Starnberg, die soziale Beratung und der Caritas-Betreuungsverein maßgeblich auf- und ausgebaut. Darüber hinaus ist er seit 1999 Mitglied und seit 2010 Erster Vorsitzender des Fördervereins „Freunde des Klinikums Starnberg e.V“. Im November 2007 übernahm Frey die Präsidentschaft des TSV Starnberg von 1880 e.V. Ferner war er von 2000 bis 2010 Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. Von 1996 bis 2008 lenkte Frey als Landrat die Geschicke des Landkreises Starnberg. Dabei lag ihm die Förderung des Ehrenamtes, vor allem auch im Bereich des Sports, besonders am Herzen. Als Landrat stand er für eine konsequente Politik auf der Grundlage von Kompetenz, Vertrauen und Offenheit. Sein Leitbild war eine pragmatische Politik mit der Bereitschaft zum vernünftigen Kompromiss auch über Parteigrenzen hinweg. In seiner Amtszeit hat er wichtige Weichen für die Stärkung der örtlichen Wirtschaft gestellt.

Franz Steinberger (72) aus Neufahrn bei Freising

Ordensaushändigung am 14. Mai 2013 - Verdienstkreuz am Bande an Franz Steinberger
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Franz Steinberger war von 1974 bis 2007 Mitglied der Katholischen Kirchenverwaltung Sankt Franziskus Neufahrn und dabei überwiegend als Kirchenpfleger aktiv. In diesem Amt trug er maßgebliche Verantwortung für die Finanzen und die circa 30 Angestellten der Pfarrei. Er war die treibende Kraft bei der Einrichtung eines Ackerrandstreifenprogramms auf Kirchengrund in den Jahren 1991/92. Auf einer Fläche von 13 Hektar bildete sich hier zwischen dem Naturschutzgebiet Garchinger Heide im Westen und dem Landschaftsschutzgebiet Isarauen im Osten ein Biotopverbund. Herr Steinberger führte alle wichtigen Verhandlungen mit der Gemeinde Neufahrn, den Landwirten und der planenden Landschaftsarchitektin. Er hat das Projekt abgestimmt, vorangetrieben, selbst bei der Bepflanzung mitgearbeitet und darauf geachtet, dass die Vorschriften für das Ackerrandstreifenprogramm vor Ort genau eingehalten werden. Auch die umfassende Restaurierung der prächtigen alten Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilig Kreuz/Sankt Wilgefortis, die Renovierung der Pfarrkirche Sankt Franziskus, der Umbau und die Modernisierung des Altarraums der Kirche, die Renovierung beziehungsweise Sanierung von Pfarrsaal, Jugendheim, Pfarrhof, kirchlichen Kindergärten und Kirchenfriedhofs sowie der Kauf und Einbau einer großen Orgel in der Pfarrkirche Sankt Franziskus fielen in seine Zeit als Kirchenpfleger. Während seiner Tätigkeit als Gemeinderat gründeten Kirchengemeinde und katholische Pfarrei Neufahrn 1994 eine Sozialstation. Früher engagierte sich Steinberger auch in der kirchlichen Jugendarbeit. Im Burschenverein (Katholische Landjugend) Neufahrn unterstützte er viele Familien und Einzelpersonen in sozialen Notlagen. Mehr als 40 Jahre war er außerdem aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Neufahrn. Als Führungsdienstgrad wirkte er hoch engagiert an der Umstrukturierung der Feuerwehr von der kleinen dörflichen Löschgruppe ohne eigenes Fahrzeug hin zur großen leistungsfähigen Stützpunktfeuerwehr mit jährlich rund 250 Einsätzen mit.

Dr. Paul Wengert (60) aus Füssen, Landkreis Ostallgäu

Ordensaushändigung am 14. Mai 2013 - Verdienstkreuz am Bande an Dr. Paul Wengert
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Dr. Paul Wengert trat 1972 in die SPD ein, wo er als Ortsvereinsvorsitzender und in Kreis-, Unterbezirks- und Bezirksvorständen aktiv war. Bis 2003 gehörte er auch einige Jahre lang dem Landesvorstand der SPD Bayern an. Im März 1984 wurde er in den Gemeinderat der Gemeinde Horgau bei Augsburg und 1990 zum Ersten Bürgermeister der Stadt Füssen gewählt. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Errichtung des ersten zentralen Wertstoffhofs im Ostallgäu, die Verkehrsberuhigung von Füssens historischer Altstadt und der Bau einer öffentlichen Parkgarage sowie die Errichtung des ersten Kinderhortes im Ostallgäu. Von 1996 bis 2002 war er Kreisrat des Kreistags Ostallgäu, in dem er sich im Krankenhausausschuss maßgeblich an der Umstrukturierung der vier Kreiskrankenhäuser in das Kommunalunternehmen Kreiskliniken Ostallgäu beteiligte - eines der ersten Kommunalunternehmen in Bayern. Als Mitglied des Kreisausschusses war er an der Fusion der Sparkasse Ostallgäu mit den Sparkassen Kempten und Sonthofen zur großen Sparkasse Allgäu beteiligt. 2002 wurde er zum Oberbürgermeister der Stadt Augsburg gewählt. In seiner Amtszeit wurden unter anderem große Kulturprojekte wie das Friedensjahr 2005 und das Mozartjahr 2006 verwirklicht, aber auch der Neubau der Augsburger Stadtbücherei begonnen sowie die Generalsanierung von Museen durchgeführt. Im September 2008 zog er in den Bayerischen Landtag ein. Er engagierte sich als wirtschafts- und verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und als Vorsitzender des Arbeitskreises für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Zusätzlich ist er Mitglied des Landtagsausschusses für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Von 1996 bis 2008 war Wengert Vorstandsmitglied im Bayerischen Städtetag. Er engagierte sich im Hauptausschuss sowie im Rechts- und Verfassungsausschuss des Deutschen Städtetags und war dort zeitweise auch stellvertretender Vorsitzender. Seit Januar 2010 vertritt er im Übrigen als Präsident des Chorverbands Bayerisch-Schwaben rund 550 Chöre mit über 16.000 Sängerinnen und Sängern. Des Weiteren ist er stellvertretender Vorsitzender des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch Schwaben e.V., Vizepräsident des Bayerischen Roten Kreuzes und Mitglied des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas (KGRE) im Europarat.

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