Kampfmittelbeseitigung 2012

München, 2. Mai 2013 (stmi). Im Jahr 2012 wurden mehr als 60 Tonnen Bomben, Granaten und Patronenmunition aus dem Zweiten Weltkrieg aus Bayerns Boden geborgen und vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft.

Technische Sondergruppe des Landeskriminalamts
© Bayerisches Landeskriminalamt, Fotograf: Ludwig Waldinger

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist im Jahr 2012 insgesamt rund 1.000 Mal zum Einsatz gekommen. Dabei hatte er unter anderem 52 Spreng- und Splitterbomben mit zusammen mehr als drei Tonnen Explosivstoff unschädlich gemacht. Bekanntester Fall war die Sprengung der Fliegerbombe im Münchner Stadtteil Schwabing im August 2012.

Prognosen, wie viel unentdeckte Bombenblindgänger noch in Bayern liegen, lassen sich nicht treffen. Grundsätzlich muss vor allem dort mit Bombenblindgängern gerechnet werden, wo im Zweiten Weltkrieg massive Bombardierungen stattgefunden haben. Dazu zählen vor allem Städte und Grundstücke mit ehemals kriegswichtigen Einrichtungen.

Auch Jahrzehnte nach dem Ende des Krieges stellen Kampfmittel noch immer eine Gefahr dar. Für jeden, der mit Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg in seinem Grundstück rechnet, ist daher bei Bodenarbeiten Vorsicht und ein besonnenes Vorgehen geboten. Wer Blindgänger oder Munition aus dem Zweiten Weltkrieg findet, darf sie auf keinen Fall selbst entschärfen oder als Sammlerstück mit nach Hause nehmen. Vielmehr gilt: Sofort die Polizei informieren. Denn nur die Fachleute des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben das nötige Wissen, um Funde aus dem Weltkrieg ordnungsgemäß zu beseitigen.

Verantwortung für die Beseitigung von Kampfmitteln

Für die Beseitigung von Gefahren durch Kampfmittel auf Grundstücken ist grundsätzlich der Grundstückseigentümer selbst verantwortlich. Bei einem Bauvorhaben ist es Sache des Bauherrn, einem entsprechenden Verdacht auf eine Gefährdung durch Kampfmittel nachzugehen. Dazu gehört es zum Beispiel, eine Fachfirma mit der Suche nach Kampfmitteln und mit deren Bergung zu beauftragen. Die Entschärfung und Entsorgung gefundener Kampfmittel übernimmt dann der Freistaat Bayern durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst. Hierfür stellt er rund 700.000 Euro jährlich zur Verfügung.